Schmuck in der Gotik

 

Die Gotik ist ein künstlerischer Stil, der dem romanischen Stil folgt. Er begann sich ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zu zeigen und setzt sich im Hochmittelalter für etwa die nächsten drei Jahrhunderte fort. Gotik dauerte in Deutschland und Mitteleuropa bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts, als sich die Renaissance bereits in Italien und Frankreich durchsetzte. Diese entwickelte sich nicht aus der Gotik, sondern versuchte sie im Gegenteil zu bestreiten und basierte in ihrer Entwicklung auf dem antiken Erbe.

Der Begriff Gotik oder gotisch bezieht sich auf Goten. Der vorherigen Epoche schrieb es Giorgio Vasari und anderen italienischen Humanisten mit Verachtung zu. Für sie bedeutete "gotische" Kunst eine Assoziation von primitiven oder barbarischen. In Frankreich wurde dieser Stil "style ogival", der gebrochene Stil, genannt.

In der Gotik wurde die Mode von hörbarem Schmuck dominiert - Glöckchen. Sie wurden um die Taille oder an den Ärmeln und dem Ausschnitt getragen.

Knöpfe waren schon in prähistorischer Zeit bekannt, aber ihre Bedeutung wuchs erst in der Gotik, die schmale Kleidung brachte. Diese konnte nicht ohne Verschluss getragen werden, weshalb Schnürungen oder Knöpfe verwendet wurden, welche auch als Schmuck dienten.

Zum Beispiel zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert mussten sich die Menschen den Regeln nach so kleiden, damit sie die anderen nicht empören. Wenn sie diese Regeln nicht einhielten, mussten sie Bußgelder zahlen oder wurden sogar aus der Stadt ausgewiesen. In der Kleiderordnung stand, wie man welche Schicht trägt. Die Farben und Anzahl der Meter sowie die Stoffarten, aus denen bestimmte Schichten des Kleidungsstückes hergestellt werden könnten, wurden ebenfalls vorgeschrieben.

Wir wissen nur aus Wandgemälden, Gemälden und Illustrationen in Büchern, wie sich Menschen in der Gotik gekleidet haben. Viele von diesen Werken sind aber leider verschwunden. Die Künstler waren vor allem von christlichen und religiösen Motiven fasziniert, in denen weltliche Kleidung und Schmuck nicht sehr verbreitet waren, obwohl wir oft auch hier Elemente der damaligen Mode finden.